CHOPIN-GESELLSCHAFT
in der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Darmstadt

„Im Fieberrausch der Töne“

P. Tschaikowski & Nadeshda von Meck, Briefwechsel in drei Akten mit Musik, in einer Bearbeitung von Silvia Adler


Boris Bloch (Klavier), Sona MacDonald & Christian Nickel (Rezitation)

Samstag, 03.11.18 19:00 Uhr, Orangerie


Mehr als 1200 Briefe haben Peter Tschaikowski und seine Mäzenin Nadeshda von Meck einander geschrieben. Die Korrespondenz dauerte 14 Jahre und umfasst knapp 2000 Seiten. Allerdings haben die beiden Brieffreunde nie miteinander gesprochen und sich nur wenige Male von Weitem gesehen. Dennoch spiegelt ihr Briefwechsel eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten des 19. Jahrhunderts wider: Eine Beziehung auf Distanz, die ohne körperliche Nähe auskommt, jedoch eine ekstatische geistige Intensität entwickelt, die alle Konventionen sprengt.

Die Autorin Silvia Adler hat aus der umfangreichen Korrespondenz eine Bühnenfassung erstellt und die Briefauswahl zusammen mit der Russin Ksenia Fischer neu übersetzt. Das Stück bietet fesselnde Einblicke in Tschaikowskis musikalisches Schaffen und die verborgene Gefühlswelt des Komponisten.

Die Vereinbarung, einander nie persönlich kennenzulernen, war für beide Briefpartner die unumstößliche Grundlage ihrer Freundschaft. Die Beziehung zwischen dem homosexuellen Tschaikowski und seiner Mäzenin – die Mutter von 18 Kindern war -  glich einer platonischen „Amour fou“, die - auch wenn sie nur auf dem Papier bestand - an Innigkeit, Verrücktheit und Tragik kaum zu übertreffen ist. Warum Nadeshda von Meck den Briefwechsel nach 14 Jahren abrupt abbrach, ist bis heute ein Rätsel geblieben.

Anlässlich des 125. Todestages von Peter Tschaikowski wird der der Briefwechsel am 3.11.2018 von der Chopin-Gesellschaft in der Orangerie zur Aufführung gebracht.

Die Wiener Schauspielerin Sona MacDonald, die 2016 mit dem wichtigsten österreichischen Theaterpreis, dem Nestroypreis, ausgezeichnet wurde, und der Schauspieler Christian Nickel, dem als Faust in Peter Steins legendärer Inszenierung zur Expo 2000 in Hannover, Berlin und Wien der internationale Durchbruch gelang, werden als Nadeshda von Meck und Peter Tschaikowski zu erleben sein. Der Pianist Boris Bloch spielt dazu berühmte Meisterwerke des am 6. November 1893 gestorbenen Komponisten.


Sona MacDonald, gebürtige Wienerin, wuchs in den USA auf. Sie erhielt ihre umfassende Ausbildung in London (LAMDA), Wien und in den USA.  Die Stationen ihrer Schauspiel-Laufbahn waren unter anderem die Freien Volksbühne Berlin, das Staatstheater Schiller-Theater Berlin, das Bayerische Staatsschauspiel München, die Salzburger Festspiele, das Schauspielhaus Wien. Seit 2005 ist Sona MacDonald Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt. Seit 2013 gastiert sie am Wiener Burgtheater.


Sie arbeitete mit Regisseuren wie Peter Zadek, Peter Stein, Steven Berkoff und Matthias Hartmann.

Mit Spatz und Engel im Wiener Burgtheater brilliert Sona MacDonald zusammen mit Maria Happel zur Zeit in den Rollen der Marlene Dietrich und Edith Piaf.

2015 war sie bei den Salzburger Festspielen als Jenny in der Dreigroschenoper zu erleben sowie als Fräulein Julie und als Billie Holiday im Theater in der Josefstadt.


Parallel dazu verläuft eine Karriere als Sängerin mit Musical-Hauptrollen am Theater des Westens Berlin und an den Vereinigten Bühnen Wien ( erste deutschsprachige Aufführung von Les Misérables), Konzertabenden (u.a. mit Angelika Kirchschlager) und etlichen CD-Aufnahmen (u.a. mit Max Raabe in der Dreigroschenoper mit dem Ensemble Modern). Sie konzertierte damit und auch mit Weills Siebentodsünden in Europa und in London, Jerusalem, und Los Angeles.


Neben ihrer umfassenden Bühnentätigkeit spielte Sona MacDonald auch in zahlreichen  Fernsehproduktionen (u.a. Madame Nobel, Derrick, Siska, Tatort, Die Durchreise und Ediths Tagebuch)


Für ihre schauspielerischen Leistungen erhielt sie den O. E. Hasse-Preis in Berlin, den Kurt Meisel Preis in München und den Nestroy-Preis in Wien.


Sona MacDonald erhielt den Berufstitel Kammerschauspielerin im Bundeskanzleramt Wien im Juni 2014.


Christian Nickel wuchs in Hamburg auf und erhielt seine Schauspielausbildung an der Ernst-Busch-Schule in Berlin. Nachdem er 1997 als „Primislaus“ in Grillparzers Libussa in der Inszenierung von Peter Stein bei den Salzburger Festspielen debütiert hatte, wurden für ihn die wichtigsten Stationen das Schauspiel Frankfurt/Main, das Residenztheater in München und das Burgtheater in Wien, wo er jeweils fünf Jahre lang zum Ensemble gehörte.


Einem breiten Publikum wurde er durch seine Darstellung des Faust auf der “Expo2000” in Hannover, Berlin und Wien in der Inszenierung von Peter Stein bekannt. Gastengagements hatte er am Schauspiel Köln, am Hamburger Schauspielhaus, am Berliner Ensemble und bei den Salzburger Festspielen.Seit 2012 gehört er zum Ensemble des Theaters in der Josefstadt in Wien.


Bei den Bad Hersfelder Festspielen wurde ihm 2016 als „John Proctor“ in Hexenjagd und 2017 als „Martin Luther“ jeweils der Große Hersfeldpreis verliehen. Im Sommer 2018 ist er ebendort als „Peer Gynt“ zu sehen.


Christian Nickel ist Lehrbeauftragter am Max-Reinhardt-Seminar und am MUK in Wien und seit 2003 auch als Regisseur tätig. Nach seinem Stuttgarter Debüt mit Lessings Emilia Galotti konnte er Inszenierungen in Hamburg, Salzburg, Karlsruhe,Wien und bei den Luisenburgfestspielen in Wunsiedel realisieren. Neben Filmarbeiten und Hörspielproduktio-nen wurde er zu zahlreichen Lesungen eingeladen, oft in Verbindung mit Musik.


Christian Nickel lebt in Wien.



Der aus Odessa stam­mende Pianist, Päda­goge und Dirigent Boris Bloch gehört seit langem zu den wichtigsten Interpreten der klassischen und romant­ischen Klavier­musik. Aus­ge­­bildet am Moskauer Tschai­kowsky-Konservatorium unter Dimitri Bashkirow erarbeitete er sich früh ein breites Repertoire, das von Scarlatti und Bach, der Wiener Klassik, Chopin und Liszt über die deutsche und russische Romantik zu den wichtigen Komponisten des 20. Jahrhunderts reicht. Nach dem Studium in Moskau gewann Boris Bloch mehrere internationale Klavierwettbewerbe, u.a. 1978 den 1. Preis des Internationalen Klavier­wett­bewerbs „Ferruccio Busoni“ in Bozen.


Blochs detaillierte Kenntnis der Klavierliteratur der letzten drei Jahrhunderte, sein um­fassendes Wissen über die Musikgeschichte und ihre Protagonisten sowie seine stupende Pianistik und vor allem seine starke Künstler-Persönlichkeit sind Grundlage für die vielfach gerühmte Ausdruckstiefe, den Farbenreichtum, die verblüffende Stilechtheit und das unvergleichliche „Singen“ seines Klavierspiels


Von Bloch existieren einige CD-Einspielungen, die Referenzcharakter besitzen, so insbesondere seine Aufnahmen von Liszt-Opernparaphrasen, die mit dem Grand Prix International du Disque Liszt der Liszt-Gesellschaft Budapest und dem Diapason d’Or Paris ausgezeichnet wurden, die Aufnahme des Klavierwerks Mussorgskijs, die ebenfalls in Paris den Preis Excellence Disque erhielt, oder die Live-Einspielungen von Mozarts „Krönungskonzert“ und Tschaikowskys 3. Klavierkonzert in seiner vollständigen Fassung. In den letzten Jahren sind weitere CDs erschienen mit Werken u.a. von Chopin, Mozart, Beethoven, Scarlatti und Rachmaninov. Seine letzte CD-Veröffentlichung ist erneut Franz Liszt gewidmet und besteht aus einer Box mit sechs CDs mit kompletten Zyklen der "Années de Pèlerinage" und "Harmonies poétiques et religieuses".


2012 sorgte Boris Bloch für einen Höhepunkt in Raiding, Liszts Geburtsort, als er an einem Abend die gesamten "Années de Pèlerinage"  in einem Konzert aufführte - selbstverständlich auswendig -, das über drei Stunden dauerte.


In der Spielzeit 2018/2019 spielt Boris Bloch im Mozarthaus in Wien, beim Festival Georges Cziffra, im Konzerthaus Berlin u.v.a.


Boris Bloch leitet regelmäßig Meisterkurse und ist Ehrenprofessor des Musikinstituts "Reingold Glier" in Kiew und Professor an der Kalaidos Universität in der Schweiz.



















Restkarten an der Abendkasse: 30 € / 25 € / 20 € (Ermäßigung Mitglieder und Studenten)

Karteninfo: 06151-54988 oder E-Mail: christa.heimerl@chopin-gesellschaft.de

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